Die Plastik Challenge Part 2

Plastik begleitet unseren Alltag überall - oft so selbstverständlich, dass wir es kaum noch wahrnehmen. Gleichzeitig wird immer deutlicher, welche Folgen der hohe Kunststoffverbrauch für Umwelt, Tier und langfristig auch für uns Menschen hat. Gerade Verpackungen und Wegwerfprodukte werden häufig nur wenige Minuten verwendet, bleiben aber über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte erhalten. Wie bereits im ersten Teil erwähnt, befinden sich etwa 140 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren und die Kunststoff verarbeitende Industrie meldet Jahr für Jahr Zuwächse von acht bis 10 Millionen Tonnen. Damit wächst das Umweltproblem, das durch Kunststoff ausgelöst wird massiv - auch durch unseren hohen Konsum an kurzlebigen und günstig produzierten Produkten. Durch den gedankenlosen Umgang mit Plastik leiden Tiere: Wale verwechseln Plastiktüten mit Futter und verenden. Fische und Seevögel verwechseln Mikroplastik häufig mit Nahrung oder nehmen es beim Fressen aus Versehen mit auf - und damit auch die daran haftenden, krankheitserregenden Substanzen. Das kann auch für uns Menschen direkt zum Problem werden, wenn wir die betroffenen Tiere essen. Studien zufolge wird im Jahr 2050 in unseren Ozeanen mehr Plastik schwimmen als Fische. Die Forschung dazu steht noch in den Kinderschuhen, weswegen bisher unklar ist, welche Schäden das Mikroplastik bei uns Menschen anrichtet. Sicher ist aber, dass das Plastik in den Meeren Auswirkungen auf Menschen und Tiere hat.

Bereits die Herstellung von Plastik ist problematisch und es wird viel Energie aufgewendet. Es werden endliche Rohstoffe wie Rohöl oder Erdgas verbraucht, die aus vielen verschiedenen Ländern zur Produktionsstätte gebracht werden müssen. Durch diese langen Transportwege gerät Kohlendioxid (CO²) in die Atmosphäre. Schon deswegen ist es also gut auf Plastikverpackungen zu verzichten, denn je weniger Plastik überhaupt hergestellt wird, desto besser für die Umwelt. Natürlich ist ein Leben komplett ohne Plastik (leider) nicht möglich. Staubsauger, Handys, Computern, Waschmaschinen und Autos sind nicht mehr wegzudenken. Es geht darum, ,,schlechtes" Plastik, welches nur kurz verwendet wird und später keinen Nutzen mehr erfüllt, zu vermeiden. In diese Kategorie gehören Verpackungen von Lebensmitteln, die nach dem Einkauf sofort weggeworfen werden. Denn selbst ,,überschüssiges" Plastik ist zu wertvoll, um schnell und unbedacht entsorgt, meist sogar verbrannt zu werden. Da der meiste Plastikmüll in deutschen Haushalten bei Verpackungen anfällt, ist es wichtig genau hier anzusetzen und zu versuchen, Kunststoffabfälle drastisch zu reduzieren. Das Problem, das hierbei besteht ist, dass das Recycling von Plastikmüll nicht so funktioniert, wie es sollte und könnte. Es gibt ein Mülltrennungssystem, den sogenannten Grünen Punkt, der dafür sorgt, das recyclebarer Müll wie Plastikverpackungen vom Restmüll getrennt und wiederverwertet wird. Man darf sich das aber keinesfalls so vorstellen, dass unsere Joghurtbecher ausgespült und dann nochmal verwendet werden. Die Becher und alle anderen verwendbaren Plastikabfälle werden stattdessen eingeschmolzen und zu Granulat verarbeitet, aus dem wieder neue Plastikprodukte hergestellt werden können. Aus einer Folie wird also nicht zwingend wieder eine Folie, sondern zum Beispiel eine Mülltonne. Diese besteht aber nie komplett aus recyceltem Plastik, sondern immer auch aus neuem, da sonst die Qualität des Materials zu schlecht wäre. Dazu kommt, dass tragischerweise nicht besonders viel des Plastikmülls aus dem Gelben Sack auch tatsächlich wiederverwertet wird. Zwar gilt alles, was in der Recyclinganlage des Grünen Punktes landet, auch als recycelt, tatsächlich ist das aber laut der Deutschen Umwelthilfe nur bei etwa 40 Prozent der Fall. Die restlichen 60 Prozent werden wieder aussortiert, da viele Menschen schlicht und ergreifend falsch trennen. So finden sich oft im Papiermüll Plastik, im Gelben Sack Essensreste und im Restmüll Plastikverpackungen. So kann es passieren, dass die Hälfte des Plastikmülls, der an die Recyclingfirma geht, wieder aussortiert und zusammen mit dem Restmüll verbrannt wird. In der Statistik zählt es aber als recycelt. Der Dampf, der bei der Müllverbrennung entsteht, wird zur Stromgewinnung oder für Fernwärme genutzt- eigentlich eine gute Sache. Nur leider werden dabei auch Giftstoffe und Abgase in die Luft geblasen. Ein weiteres Problem ist, dass unser Plastikmüll häufig in weit entfernten Ländern recycelt wird. Jahrelang wurde ein Großteil davon nach China verschifft. Wie viel CO² bei diesem Transport angefallen ist, kann man sich nur vorstellen. Recycling ist also keinesfalls die Lösung des Problems. Die bessere Alternative ist: einfach weniger Plastikmüll zu produzieren und Gegenstände und Geräte aus Plastik möglichst lange zu benutzen.


Versucht Wegwerfplastik zu vermeiden

Vermeidet die Anschaffung von Geräten mit kurzer Lebensdauer, für die häufig gerade die Verwendung billiger Plastikteile verantwortlich ist. Am wichtigsten ist es, Gegenstände und Geräte aus Plastik möglichst lange zu benutzen. Das bedeutet eben auch, nicht jedes Jahr das neueste Smartphone zu kaufen und alles was im Haushalt vorhanden ist zu nutzen, bis es ersetzt werden muss. Hier macht sich Qualität bezahlt, wenn man auch auf Reparierbarkeit achtet und es nicht gleich beim ersten Mängel in die Tonne pfeffert.

Im Supermarkt plastikfrei einzukaufen kann schon zu einer kleinen Challenge werden. Man kann zwar Stoffbeutel mitnehmen, aber die plastikfreie Auswahl bei Lebensmitteln ist doch sehr begrenzt. Müsli- und Spaghettipackungen sind häufig aus Pappe, innen drin ist dann aber doch wieder eine Plastikfolie. Gemüse ist häufig in Plastik eingeschweißt. Auf dem Wochenmarkt allerdings funktioniert unverpackt einkaufen, da Obst und Gemüse nur lose angeboten werden und man seine eigenen Jutebeutel, Dosen und Einkaufsnetze mitbringen kann.

Frische Produkte (und nicht nur Lebensmittel) bekommt man auch in Unverpackt- Läden. Die gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt. Alle Lebensmittel hängen dort in Glasspendern an der Wand und man kann seine eigenen Gefäße mitbringen (aber Achtung: Gefäß vorher wiegen, da alles nach Gewicht berechnet wird und man sonst dies quasi mitbezahlt😉). Praktisch hierbei ist, dass man nur genauso viel nimmt, wie man möchte und somit nichts weggeworfen wird. Ein Unverpackt Laden ist also eine sehr umweltfreundliche Alternative zu einem normalen Supermarkt. Was man auch beim Unverpackt- Laden nicht vergessen darf: Auch er bekommt die Lebensmittel wie ein normaler Supermarkt, in Verpackungen geliefert. Vergleicht man allerdings die Menge an Verpackungsmüll, schneidet der Unverpackt- Laden deutlich besser ab. Eine Müslipackung, die man im normalen Supermarkt kauft, produziert schließlich nicht nur eine Plastiktüte und eine Pappverpackung an Müll, sondern wird zusätzlich auch noch mit vielen anderen Müslipackungen in einer großen Plastikhülle geliefert. Die sieht nur eben niemand außer den Supermarkt- Angestellten.


Vermeidet fast fashion

Kleidung ist ein Wegwerfartikel und wird in Massen konsumiert. Shirts kann man mittlerweile für fünf Euro, Hosen für 10 Euro oder noch weniger kaufen. Es gibt immer mehr Billigketten, wodurch neue Kleidungsstücke für jeden erschwinglich sind. So wie man früher an der Supermarktkasse mal schnell noch eine Packung Kaugummi mitgenommen hat, kauft man heute das reduzierte Top für 3,99 Euro. Kein Wunder also, dass die meisten von uns viel zu viel Kleidung besitzen und sich traurigerweise auch kaum Gedanken um die Herstellung machen. Vieles davon wird nie oder kaum getragen und durch das Überangebot werden bei Kunden natürlich Begehrlichkeiten geweckt, denn das vor drei Wochen gekaufte Top kommt einem schon wieder alt und unmodisch vor. Vielleicht denkt ihr jetzt: ist doch schön die Auswahl heutzutage und man so viele Sachen kaufen kann! Aber bedenkt bitte, dass für die Umwelt diese Art zu shoppen kaum noch zu bewältigen ist. Denn die ganze Kleidung muss ja auch irgendwie hergestellt werden. Die meisten Kleidungsstücke, die wir kaufen, sind aus Baumwolle. Baumwolle ist eine Naturfaser, eigentlich ein gutes Produkt. Allerdings schädigt ihr Anbau in den meisten Fällen die Umwelt, da die Pflanze sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge ist. Für kein anderes landwirtschaftliches Anbauprodukt werden so viele Pflanzengifte eingesetzt wie für Baumwolle. Das verseucht Grundwasser und Böden. Selbst in den fertigen Fasern finden sich Rückstände der Pestizide. Außerdem ist Baumwolle sehr durstig. Ursprünglich stammt sie aus den warmen und feuchten Tropen, in denen es viel regnet. Da die Knospe aber schnell fault, wenn sie nass wird, und dann nicht mehr verwendet werden kann, wird sie hauptsächlich in heißen und trockenen Gebieten angebaut. Hier müssen die Pflanzen dann bewässert werden, was große Mengen an wertvollem Süßwasser verbraucht. Das ist natürlich vor allem in Ländern ein Problem in denen sowieso schon Wassermangel herrscht. Der Baumwollanbau für ein einziges T-Shirt verschlingt bis zu 2000 Liter Wasser. Das sind mehr als zehn Badewannen voll. Auch die Gesundheit der Menschen, die die Baumwolle anbauen und verarbeiten leidet unter diesen Problemen, denn ein Großteil dieser Menschen lebt in Entwicklungsländern, in denen auch produziert wird. Die eingeatmeten Pestizide verursachen viele Krankheiten, angefangen von Atemproblemen über Krebs bis hin zur Unfruchtbarkeit und Missbildungen bei Babys.

Die Alternative Polyester verbraucht weit weniger Wasser als der Baumwollanbau, wird allerdings aus dem endlichen Rohstoff Erdöl hergestellt, wozu viel Energie nötig ist und zwar deutlich mehr als für die Baumwollproduktion. Im Grunde besteht ein Kleidungsstück aus Polyester aus dem gleichen Plastik wie eine PET- Flasche. Um eine Faser zu erhalten, die sich spinnen lässt, wird das Plastik geschmolzen und durch haarfeine Düsen gepresst. Wäscht man Kleidung aus diesem Material in der Waschmaschine, brechen kleine Stücke von den Plastikfasern ab und geraten mit dem Abwasser in die Umwelt, über die Kläranlage ins Grundwasser, von dort aus in die Flüsse und so in die Meere. Jedes Jahr werden 1,53 Tonnen Mikroplastik aus unsere Kleidung ins Meer gespült. Umgerechnet wirft damit jeder Mensch in Europa 54 Plastiktüten pro Jahr ins Meer.

Bitte lasst die Finger von Kleidung aus Kaschmir oder Schafwolle. Laut Greenpeace werden die Schafherden regelmäßig durch Pestizidbäder geführt. So soll verhindert werden, dass die Tiere von Pestiziden befallen werden. Die meiste Wolle stammt aus Australien, wo die Tiere teilweise große Qualen erleiden müssen. Sie werden dort mit extra vielen Hautfalten gezüchtet, damit sie extra viel Wolle haben. In den vielen Hautlappen bildet sich Feuchtigkeit und am After sammeln sich Kot und Urin. Damit Fliegen dort keine Eier ablegen, werden den Lämmern ohne Betäubung große Hautfalten rund um After, Vulva und Schwanz herausgeschnitten. Die offenen Wunden werden nicht versorgt. Das sogenannte Mulesing ist bei uns verboten, in Australien noch immer gängige Praxis. Ein normales Schaf muss gar nicht geschoren werden. Es hat genausoviel Wolle, wie es braucht um nicht zu frieren. Die Schur ist für die Tiere purer Stress, da man versucht in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Schafe zu scheren. In der Eile werden ihnen oft Schnittwunden zugefügt, die nicht versorgt werden. Dabei fallen die ängstlichen Tiere oft in eine Art Schockstarre. Produzieren die Tiere irgendwann nicht mehr genug Wolle, verkauft man sie zur Schlachtung. Allein aus Australien werden jährlich etwa vier Millionen Schafe auf überfüllten Containerschiffen in die ganze Welt verschifft- häufig ohne ausreichend Wasser und Nahrung. Zahlreiche Tiere überleben diese Fahrten nicht. Die Bilanz anderer tierischer Fasern wie Kaschmir, Mohair von Ziegen und Wolle von Alpakas fällt leider ähnlich schlecht und erschreckend aus. Gleiches gilt für Seide, die zwar oft als hyperallergenes Naturprodukt beworben wird, für die Produktion werden allerdings die Seidenraupen lebendig verbrüht.

Trotz der drastischen Auswirkungen, die unsere Kleidung auf die Umwelt, die Tiere und Menschen hat, besitzt sie bei uns keinen besonders hohen Stellenwert. Der Überkonsum schreitet voran und viele Klamotten landen einfach ungetragen auf dem Müll oder in der Altkleidersammlung. Laut einer Studie von Greenpeace trägt jeder Achte seine Schuhe weniger als ein Jahr und kaum jemand lässt seine Kleidung reparieren und bringt seine Sachen zum Schneider oder Schuster. Unsere Einstellung zu Kleidung muss sich dringend ändern.

Eine gute Alternative bei Stoffen ist Bio- Baumwolle. Bei ihrem Anbau dürfen keine Pestizide verwendet werden. Das ist gut für die Umwelt und für die Menschen, die die Baumwolle anbauen, weil sie dann keine schädlichen Pestizide einatmen müssen. Außerdem wird die Bio- Baumwolle im Wechsel mit anderen Pflanzen angebaut. Somit wird der Boden geschont. Achtet beim Kauf bitte auf Siegel. Da gibt es beispielsweise das GOTS- Siegel. Es gewährt eine nachhaltige Herstellung von Textilien und zwar von der Gewinnung der Biofasern bis zur Umwelt- und sozialverantwortlichen Fertigung. Ein Siegel, das sehr umfangreich prüft, ist das Made in Green- Siegel. Es hat seine Standards erhöht und zählt deshalb nun laut Greenpeace zu den strengsten Siegeln am Markt. Es gewährleistet, dass die Fabriken, in denen die Stoffe produziert werden, keine Chemikalien einsetzen und Umwelt- und Qualitätsmanagement betreiben. Es garantiert auch Arbeitssicherheit.

Ganz ohne synthetische Stoffe geht es leider nicht, denn mit Bio- Baumwolle und anderen natürlichen Fasern allein ließe sich der weltweite Bedarf nicht decken. Umweltfreundliche Fasern sind beispielsweise Lyocell oder Modal. Lyocell ist eine synthetische, aber dennoch natürliche und nachhaltige Textilfaser, die aus Zellulose gewonnen wird, die meist aus Eukalyptus oder Buchenholz besteht. Lyocell ist hautfreundlich, atmungsaktiv und biologisch abbaubar. Modal wird meist aus Buchenholz gewonnen und die Herstellung gilt als relativ nachhaltig, da weniger Wasser und Energie benötigt wird als für andere Fasern.

Qualitativ hochwertige und umweltfreundliche Kleidung ist in der Anschaffung natürlich nicht billig, aber wie so oft im Leben gilt auch hier: weniger ist mehr. Ich hoffe euch inspiriert zu haben, weniger zu kaufen, bei dem was ihr kauft, genauer hinzuschauen und dabei mehr Achtsamkeit an den Tag zu legen.


Nachhaltige Hygieneprodukte

Bitte verwendet keine Feucht oder Abschminktücher. Diese sind nicht nur schlecht für die Haut, sondern auch eine extreme Umweltbelastung, wenn sie wie so oft achtlos in der Toilette entsorgt werden. Diese Tücher bestehen nämlich aus langen Plastikfasern und zerfallen im Wasser nicht wie normales Toilettenpapier. Im schlimmsten Fall verstopfen sie die Kanalisation und verursachen Rückstau. Im Meer dauert es ewig, bis sie zu Mikrofasern zerfallen- wenn sie nicht vorher von Meerestieren gefressen werden. Das gleiche gilt für Inkontinenz- und Menstruationsartikel. Sie enthalten oft Kunstfasern, weshalb sie sich im Meer oder auf der Müllhalde nicht zersetzen. So landen sie letztlich in unseren Gewässern und an den Stränden.


Bei Menstruationsartikeln bin ich vor einiger Zeit auf eine umweltfreundliche, tierversuchsfreie, vegane, GOTS - zertifizierte, nachhaltige, hyperallergene und parfumfreie Marke gestoßen (wenn euch das interessiert und ihr näheres darüber wissen wollt, lasst es mich bitte gerne wissen!). Die ,,klassischen" Periodenprodukte (Tampons, Binden, Slipeinlagen) bestehen aus zertifizierter Bio - Baumwolle, wurden chlorfrei gebleicht und auch der Verpackungskarton ist zu 100 Prozent recyclebar und die Folie bzw Papierhülle biologisch abbaubar. Als wiederwendbare Periodenprodukte gibt es zum einen die Menstustionstasse, welche aus medizinischem Silikon besteht, inklusive kleinem Bio- Baumwollbeutel zum Aufbewahren und zum anderen Periodenunterwäsche, die ebenfalls aus Bio- Baumwolle besteht. Ich persönlich liebe diese Produkte, bin damit sehr zufrieden, nachhaltige Periodenprodukte gefunden zu haben.


Zu guter letzt achtet auch bitte beim Kauf von dekorativer Kosmetik und Pflegeprodukte darauf, dass ihr vegane und tierversuchsfreie Marken kauft. Diese erkennt ihr meist an Siegeln wie PETA cruelty free oder Leaping Bunny - zwei der strengsten Siegel weltweit. 





Wie bereits im ersten Teil erwähnt, befinden sich etwa 140 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren und die Kunststoff verarbeitende Industrie meldet Jahr für Jahr Zuwächse von acht bis 10 Millionen Tonnen. Damit wächst das Umweltproblem, das durch Kunststoff ausgelöst wird massiv- und das nur wegen unserem immer größer werdenden Verlangen nach billiger Ware, schnellem Genuss und vermeintlich ,,einfacher" Entsorgung. Durch den gedankenlosen Umgang mit Plastik leiden Tiere: Wale verwechseln Plastiktüten mit Futter und verhungern qualvoll. Fische und Seevögel verwechseln Mikroplastik häufig mit Nahrung oder nehmen es beim Fressen aus Versehen mit auf- und damit auch die daran haftenden, krankheitserregenden Substanzen. Das kann auch für uns Menschen direkt zum Problem werden, wenn wir die betroffenen Tiere essen. Studien zufolge wird im Jahr 2050 in unseren Ozeanen mehr Plastik schwimmen als Fische. Die Forschung dazu steht noch in den Kinderschuhen, weswegen bisher unklar ist, welche Schäden das Mikroplastik bei uns Menschen anrichtet. Sicher ist aber, dass das Plastik in den Meeren Auswirkungen auf Menschen und Tiere hat.

Bereits die Herstellung von Plastik ist problematisch und es wird viel Energie aufgewendet. Es werden endliche Rohstoffe wie Rohöl oder Erdgas verbraucht, die aus vielen verschiedenen Ländern zur Produktionsstätte gebracht werden müssen. Durch diese langen Transportwege gerät Kohlendioxid (CO²) in die Atmosphäre. Schon deswegen ist es also gut auf Plastikverpackungen zu verzichten, denn je weniger Plastik überhaupt hergestellt wird, desto besser für die Umwelt. Natürlich ist ein Leben komplett ohne Plastik (leider) nicht möglich. Staubsauger, Handys, Computern, Waschmaschinen und Autos sind nicht mehr wegzudenken. Es geht darum, ,,schlechtes" Plastik, welches nur kurz verwendet wird und später keinen Nutzen mehr erfüllt, zu vermeiden. In diese Kategorie gehören Verpackungen von Lebensmitteln, die nach dem Einkauf sofort weggeworfen werden. Denn selbst ,,überschüssiges" Plastik ist zu wertvoll, um schnell und unbedacht entsorgt, meist sogar verbrannt zu werden. Da der meiste Plastikmüll in deutschen Haushalten bei Verpackungen anfällt, ist es wichtig genau hier anzusetzen und zu versuchen, Kunststoffabfälle drastisch zu reduzieren. Das Problem, das hierbei besteht ist, dass das Recycling von Plastikmüll nicht so funktioniert, wie es sollte und könnte. Es gibt ein Mülltrennungssystem, den sogenannten Grünen Punkt, der dafür sorgt, das recyclebarer Müll wie Plastikverpackungen vom Restmüll getrennt und wiederverwertet wird. Man darf sich das aber keinesfalls so vorstellen, dass unsere Joghurtbecher ausgespült und dann nochmal verwendet werden. Die Becher und alle anderen verwendbaren Plastikabfälle werden stattdessen eingeschmolzen und zu Granulat verarbeitet, aus dem wieder neue Plastikprodukte hergestellt werden können. Aus einer Folie wird also nicht zwingend wieder eine Folie, sondern zum Beispiel eine Mülltonne. Diese besteht aber nie komplett aus recyceltem Plastik, sondern immer auch aus neuem, da sonst die Qualität des Materials zu schlecht wäre. Dazu kommt, dass tragischerweise nicht besonders viel des Plastikmülls aus dem Gelben Sack auch tatsächlich wiederverwertet wird. Zwar gilt alles, was in der Recyclinganlage des Grünen Punktes landet, auch als recycelt, tatsächlich ist das aber laut der Deutschen Umwelthilfe nur bei etwa 40 Prozent der Fall. Die restlichen 60 Prozent werden wieder aussortiert, da viele Menschen schlicht und ergreifend falsch trennen. So finden sich oft im Papiermüll Plastik, im Gelben Sack Essensreste und im Restmüll Plastikverpackungen. So kann es passieren, dass die Hälfte des Plastikmülls, der an die Recyclingfirma geht, wieder aussortiert und zusammen mit dem Restmüll verbrannt wird. In der Statistik zählt es aber als recycelt. Der Dampf, der bei der Müllverbrennung entsteht, wird zur Stromgewinnung oder für Fernwärme genutzt- eigentlich eine gute Sache. Nur leider werden dabei auch Giftstoffe und Abgase in die Luft geblasen. Ein weiteres Problem ist, dass unser Plastikmüll häufig in weit entfernten Ländern recycelt wird. Jahrelang wurde ein Großteil davon nach China verschifft. Wie viel CO² bei diesem Transport angefallen ist, kann man sich nur vorstellen. Recycling ist also keinesfalls die Lösung des Problems. Die bessere Alternative ist: einfach weniger Plastikmüll zu produzieren und Gegenstände und Geräte aus Plastik möglichst lange zu benutzen.


Versucht Wegwerfplastik zu vermeiden

Vermeidet die Anschaffung von Geräten mit kurzer Lebensdauer, für die häufig gerade die Verwendung billiger Plastikteile verantwortlich ist. Am wichtigsten ist es, Gegenstände und Geräte aus Plastik möglichst lange zu benutzen. Das bedeutet eben auch, nicht jedes Jahr das neueste Smartphone zu kaufen und alles was im Haushalt vorhanden ist zu nutzen, bis es ersetzt werden muss. Hier macht sich Qualität bezahlt, wenn man auch auf Reparierbarkeit achtet und es nicht gleich beim ersten Mängel in die Tonne pfeffert.

Im Supermarkt plastikfrei einzukaufen kann schon zu einer kleinen Challenge werden. Man kann zwar Stoffbeutel mitnehmen, aber die plastikfreie Auswahl bei Lebensmitteln ist doch sehr begrenzt. Müsli- und Spaghettipackungen sind häufig aus Pappe, innen drin ist dann aber doch wieder eine Plastikfolie. Gemüse ist häufig in Plastik eingeschweißt. Auf dem Wochenmarkt allerdings funktioniert unverpackt einkaufen, da Obst und Gemüse nur lose angeboten werden und man seine eigenen Jutebeutel, Dosen und Einkaufsnetze mitbringen kann.

Frische Produkte (und nicht nur Lebensmittel) bekommt man auch in Unverpackt- Läden. Die gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt. Alle Lebensmittel hängen dort in Glasspendern an der Wand und man kann seine eigenen Gefäße mitbringen (aber Achtung: Gefäß vorher wiegen, da alles nach Gewicht berechnet wird und man sonst dies quasi mitbezahlt😉). Praktisch hierbei ist, dass man nur genauso viel nimmt, wie man möchte und somit nichts weggeworfen wird. Ein Unverpackt Laden ist also eine sehr umweltfreundliche Alternative zu einem normalen Supermarkt. Was man auch beim Unverpackt- Laden nicht vergessen darf: Auch er bekommt die Lebensmittel wie ein normaler Supermarkt, in Verpackungen geliefert. Vergleicht man allerdings die Menge an Verpackungsmüll, schneidet der Unverpackt- Laden deutlich besser ab. Eine Müslipackung, die man im normalen Supermarkt kauft, produziert schließlich nicht nur eine Plastiktüte und eine Pappverpackung an Müll, sondern wird zusätzlich auch noch mit vielen anderen Müslipackungen in einer großen Plastikhülle geliefert. Die sieht nur eben niemand außer den Supermarkt- Angestellten.


Vermeidet fast fashion

Kleidung ist ein Wegwerfartikel und wird in Massen konsumiert. Shirts kann man mittlerweile für fünf Euro, Hosen für 10 Euro oder noch weniger kaufen. Es gibt immer mehr Billigketten, wodurch neue Kleidungsstücke für jeden erschwinglich sind. So wie man früher an der Supermarktkasse mal schnell noch eine Packung Kaugummi mitgenommen hat, kauft man heute das reduzierte Top für 3,99 Euro. Kein Wunder also, dass die meisten von uns viel zu viel Kleidung besitzen und sich traurigerweise auch kaum Gedanken um die Herstellung machen. Vieles davon wird nie oder kaum getragen und durch das Überangebot werden bei Kunden natürlich Begehrlichkeiten geweckt, denn das vor drei Wochen gekaufte Top kommt einem schon wieder alt und unmodisch vor. Vielleicht denkt ihr jetzt: ist doch schön die Auswahl heutzutage und man so viele Sachen kaufen kann! Aber bedenkt bitte, dass für die Umwelt diese Art zu shoppen kaum noch zu bewältigen ist. Denn die ganze Kleidung muss ja auch irgendwie hergestellt werden. Die meisten Kleidungsstücke, die wir kaufen, sind aus Baumwolle. Baumwolle ist eine Naturfaser, eigentlich ein gutes Produkt. Allerdings schädigt ihr Anbau in den meisten Fällen die Umwelt, da die Pflanze sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge ist. Für kein anderes landwirtschaftliches Anbauprodukt werden so viele Pflanzengifte eingesetzt wie für Baumwolle. Das verseucht Grundwasser und Böden. Selbst in den fertigen Fasern finden sich Rückstände der Pestizide. Außerdem ist Baumwolle sehr durstig. Ursprünglich stammt sie aus den warmen und feuchten Tropen, in denen es viel regnet. Da die Knospe aber schnell fault, wenn sie nass wird, und dann nicht mehr verwendet werden kann, wird sie hauptsächlich in heißen und trockenen Gebieten angebaut. Hier müssen die Pflanzen dann bewässert werden, was große Mengen an wertvollem Süßwasser verbraucht. Das ist natürlich vor allem in Ländern ein Problem in denen sowieso schon Wassermangel herrscht. Der Baumwollanbau für ein einziges T-Shirt verschlingt bis zu 2000 Liter Wasser. Das sind mehr als zehn Badewannen voll. Auch die Gesundheit der Menschen, die die Baumwolle anbauen und verarbeiten leidet unter diesen Problemen, denn ein Großteil dieser Menschen lebt in Entwicklungsländern, in denen auch produziert wird. Die eingeatmeten Pestizide verursachen viele Krankheiten, angefangen von Atemproblemen über Krebs bis hin zur Unfruchtbarkeit und Missbildungen bei Babys.

Die Alternative Polyester verbraucht weit weniger Wasser als der Baumwollanbau, wird allerdings aus dem endlichen Rohstoff Erdöl hergestellt, wozu viel Energie nötig ist und zwar deutlich mehr als für die Baumwollproduktion. Im Grunde besteht ein Kleidungsstück aus Polyester aus dem gleichen Plastik wie eine PET- Flasche. Um eine Faser zu erhalten, die sich spinnen lässt, wird das Plastik geschmolzen und durch haarfeine Düsen gepresst. Wäscht man Kleidung aus diesem Material in der Waschmaschine, brechen kleine Stücke von den Plastikfasern ab und geraten mit dem Abwasser in die Umwelt, über die Kläranlage ins Grundwasser, von dort aus in die Flüsse und so in die Meere. Jedes Jahr werden 1,53 Tonnen Mikroplastik aus unsere Kleidung ins Meer gespült. Umgerechnet wirft damit jeder Mensch in Europa 54 Plastiktüten pro Jahr ins Meer.

Bitte lasst die Finger von Kleidung aus Kaschmir oder Schafwolle. Laut Greenpeace werden die Schafherden regelmäßig durch Pestizidbäder geführt. So soll verhindert werden, dass die Tiere von Pestiziden befallen werden. Die meiste Wolle stammt aus Australien, wo die Tiere teilweise große Qualen erleiden müssen. Sie werden dort mit extra vielen Hautfalten gezüchtet, damit sie extra viel Wolle haben. In den vielen Hautlappen bildet sich Feuchtigkeit und am After sammeln sich Kot und Urin. Damit Fliegen dort keine Eier ablegen, werden den Lämmern ohne Betäubung große Hautfalten rund um After, Vulva und Schwanz herausgeschnitten. Die offenen Wunden werden nicht versorgt. Das sogenannte Mulesing ist bei uns verboten, in Australien noch immer gängige Praxis. Ein normales Schaf muss gar nicht geschoren werden. Es hat genausoviel Wolle, wie es braucht um nicht zu frieren. Die Schur ist für die Tiere purer Stress, da man versucht in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Schafe zu scheren. In der Eile werden ihnen oft Schnittwunden zugefügt, die nicht versorgt werden. Dabei fallen die ängstlichen Tiere oft in eine Art Schockstarre. Produzieren die Tiere irgendwann nicht mehr genug Wolle, verkauft man sie zur Schlachtung. Allein aus Australien werden jährlich etwa vier Millionen Schafe auf überfüllten Containerschiffen in die ganze Welt verschifft- häufig ohne ausreichend Wasser und Nahrung. Zahlreiche Tiere überleben diese Fahrten nicht. Die Bilanz anderer tierischer Fasern wie Kaschmir, Mohair von Ziegen und Wolle von Alpakas fällt leider ähnlich schlecht und erschreckend aus. Gleiches gilt für Seide, die zwar oft als hyperallergenes Naturprodukt beworben wird, für die Produktion werden allerdings die Seidenraupen lebendig verbrüht.

Trotz der drastischen Auswirkungen, die unsere Kleidung auf die Umwelt, die Tiere und Menschen hat, besitzt sie bei uns keinen besonders hohen Stellenwert. Der Überkonsum schreitet voran und viele Klamotten landen einfach ungetragen auf dem Müll oder in der Altkleidersammlung. Laut einer Studie von Greenpeace trägt jeder Achte seine Schuhe weniger als ein Jahr und kaum jemand lässt seine Kleidung reparieren und bringt seine Sachen zum Schneider oder Schuster. Unsere Einstellung zu Kleidung muss sich dringend ändern.

Eine gute Alternative bei Stoffen ist Bio- Baumwolle. Bei ihrem Anbau dürfen keine Pestizide verwendet werden. Das ist gut für die Umwelt und für die Menschen, die die Baumwolle anbauen, weil sie dann keine schädlichen Pestizide einatmen müssen. Außerdem wird die Bio- Baumwolle im Wechsel mit anderen Pflanzen angebaut. Somit wird der Boden geschont. Achtet beim Kauf bitte auf Siegel. Da gibt es beispielsweise das GOTS- Siegel. Es gewährt eine nachhaltige Herstellung von Textilien und zwar von der Gewinnung der Biofasern bis zur Umwelt- und sozialverantwortlichen Fertigung. Ein Siegel, das sehr umfangreich prüft, ist das Made in Green- Siegel. Es hat seine Standards erhöht und zählt deshalb nun laut Greenpeace zu den strengsten Siegeln am Markt. Es gewährleistet, dass die Fabriken, in denen die Stoffe produziert werden, keine Chemikalien einsetzen und Umwelt- und Qualitätsmanagement betreiben. Es garantiert auch Arbeitssicherheit.

Ganz ohne synthetische Stoffe geht es leider nicht, denn mit Bio- Baumwolle und anderen natürlichen Fasern allein ließe sich der weltweite Bedarf nicht decken. Umweltfreundliche Fasern sind beispielsweise Lyocell oder Modal. Lyocell ist eine synthetische, aber dennoch natürliche und nachhaltige Textilfaser, die aus Zellulose gewonnen wird, die meist aus Eukalyptus oder Buchenholz besteht. Lyocell ist hautfreundlich, atmungsaktiv und biologisch abbaubar. Modal wird meist aus Buchenholz gewonnen und die Herstellung gilt als relativ nachhaltig, da weniger Wasser und Energie benötigt wird als für andere Fasern.

Qualitativ hochwertige und umweltfreundliche Kleidung ist in der Anschaffung natürlich nicht billig, aber wie so oft im Leben gilt auch hier: weniger ist mehr. Ich hoffe euch inspiriert zu haben, weniger zu kaufen, bei dem was ihr kauft, genauer hinzuschauen und dabei mehr Achtsamkeit an den Tag zu legen.


Nachhaltige Hygieneprodukte

Bitte verwendet keine Feucht oder Abschminktücher. Diese sind nicht nur schlecht für die Haut, sondern auch eine extreme Umweltbelastung, wenn sie wie so oft achtlos in der Toilette entsorgt werden. Diese Tücher bestehen nämlich aus langen Plastikfasern und zerfallen im Wasser nicht wie normales Toilettenpapier. Im schlimmsten Fall verstopfen sie die Kanalisation und verursachen Rückstau. Im Meer dauert es ewig, bis sie zu Mikrofasern zerfallen- wenn sie nicht vorher von Meerestieren gefressen werden. Das gleiche gilt für Inkontinenz- und Menstruationsartikel. Sie enthalten oft Kunstfasern, weshalb sie sich im Meer oder auf der Müllhalde nicht zersetzen. So landen sie letztlich in unseren Gewässern und an den Stränden.


Bei Menstruationsartikeln bin ich vor einiger Zeit auf eine umweltfreundliche, tierversuchsfreie, vegane, GOTS - zertifizierte, nachhaltige, hyperallergene und parfumfreie Marke gestoßen (wenn euch das interessiert und ihr näheres darüber wissen wollt, lasst es mich bitte gerne wissen!). Die ,,klassischen" Periodenprodukte (Tampons, Binden, Slipeinlagen) bestehen aus zertifizierter Bio - Baumwolle, wurden chlorfrei gebleicht und auch der Verpackungskarton ist zu 100 Prozent recyclebar und die Folie bzw Papierhülle biologisch abbaubar. Als wiederwendbare Periodenprodukte gibt es zum einen die Menstustionstasse, welche aus medizinischem Silikon besteht, inklusive kleinem Bio- Baumwollbeutel zum Aufbewahren und zum anderen Periodenunterwäsche, die ebenfalls aus Bio- Baumwolle besteht. Ich persönlich liebe diese Produkte, bin damit sehr zufrieden und happy, nachhaltige Periodenprodukte gefunden zu haben.


Zu guter letzt achtet auch bitte beim Kauf von dekorativer Kosmetik und Pflegeprodukte darauf, dass ihr vegane und tierversuchsfreie Marken kauft. Diese erkennt ihr meist an Siegeln wie PETA cruelty free oder Leaping Bunny - zwei der strengsten Siegel weltweit. 





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